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Das Schmetterlingsjahr 2023 im KGV Schwachhausen e.V.

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von Kurt Killer

Nach meinen Beobachtungen war 2023, was Artenanzahl und Häufigkeit der Tagfalter anbelangt, ein durchwachsenes Jahr. Einerseits war die Anzahl der Falter spürbar gering (dies berichteten auch andere Gartenfreunde), andererseits war es ein erfreuliches Jahr hinsichtlich der Artenvielfalt. Dies wurde auch bei bundesweiten Falterbeobachtungen festgestellt. Insgesamt 19 Tagfalterarten habe ich in meinem Garten (Hornstückenweg 26) dokumentiert, darunter erstmalig am 29.07.23 (siehe Foto) eine zuvor nicht beobachtete Art, das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus).

Folgende Tagfalterarten suchten in diesem Jahr den Garten im Hornstückenweg auf:

Edelfalter: Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter, Admiral, Distelfalter
Weißlinge: Zitronenfalter, Aurorafalter, Kleiner Kohlweißling, Großer Kohlweißling,
Grünader-Weißling
Bläulinge: Faulbaum-Bläuling, Nierenfleck-Zipfelfalter, Kleiner Feuerfalter
Augenfalter: Waldbrettspiel, Schornsteinfeger, Großes Ochsenauge, Kleines Wiesenvögelchen
Dickkopffalter: Rostfarbiger Dickkopffalter, Schwarzkolbiger Dickkopffalter

Erfreulicherweise hat auch in diesem Jahr der Schwalbenschwanz wieder zwei Gärten in unserem Verein aufgesucht. So erhielt ich die Nachricht von Richard Schultz, dass er am 30.06.23 auf seiner Parzelle im Ortwiesenweg 33 eine gut entwickelte Raupe vom Schwalbenschwanz an Dill entdeckt hatte (vgl. Foto). Zwei weitere Raupen und eine Puppe (an einer Holzwand) entdeckte er dann Mitte August in seinem Garten (vgl. Fotos).

Kleines Wiesenvögelchen am Sanddorn im Hornstückenweg 26 am 29.07.23 (K.K.)
Raupe vom Schwalbenschwanz im Ortwiesenweg 33 im Juli 2023 (R.S.)


Fotos (R.S.): Puppe an Holzwand und Raupe an Dill im Ortwiesenweg 33 im August 2023.

Auch Anja Albers fand am 03.09.23 in ihrem Garten (Kälberkampsweg 6) wieder Raupen vom Schwalbenschwanz. Die 4 Raupen waren noch recht klein (2-3 cm) und befanden sich auf Dillpflanzen genau an derselben Stelle, wo Anja auch im Vorjahr (30.08.22) Raupen vom Schwalbenschwanz entdeckt hatte (vgl. Fotos).


Fotos (K.K.): Raupen vom Schwalbenschwanz auf Dill im Kälberkampsweg 6 am 03.09.23.


Weiter ist erwähnenswert, dass sich seit 2008 eine Weißlingsart, der Karstweißling (Pieris mannii), im Bundesgebiet vom Süden her in Richtung Norden ausbreitet. Diese Art wurde bereits 2020 in Bremen eindeutig nachgewiesen und man kann davon ausgehen, dass dieser Falter auch in unseren Gärten vorkommt. Der Karstweißling ähnelt in seinem Aussehen sehr dem Kleinen Kohlweißling und ist daher nur schwer zu bestimmen.

Eine zusammenfassende Darstellung meiner Falterbeobachtungen von 2017 bis 2021 ist in diesem Jahr erschienen in den Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen. Diese Publikation („Die Tagfalterfauna (Makrolepidoptera) in einem Bremer Kleingarten“) kann bei Interesse hier heruntergeladen werden.

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