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gegründet 1888

Der Verein

Die Geschichte des Vereins und seine weitere Entwicklung sind eng verbunden mit der Fortschrittsgeschichte der Vorstadt Schwachhausen.

Am 3. September 1888 wurde der Verein gegründet.

In dem damaligen Dorf „Schwachhausen“ hatten Bremer Großkaufleute ihre Sommervillen und große Bauernhöfe ihre Ländereien. Die dort wohnenden so genannten “kleinen Leute“ aus der minderbemittelten Bevölkerung pachteten von den Bauern und den Villenbesitzern geeignetes Land, um hier Obst und Gemüse für ihre meist kinderreichen Familien sowie Futter fürs Vieh anzubauen. Das Gemüse zogen sie nicht nur für den Eigenverbrauch, sondern sie verkauften einen Teil der Ernte an ihre festen Kunden in der Stadt.

Mit den zusätzlichen Einnahmen konnten sie die Kosten für Pachtzins und Einsaat zum Teil ausgleichen bzw. das Familieneinkommen verbessern. Der jährliche Pachtzins wurde anfangs oft auch mit Naturalien bezahlt.

Als sich dann vor 125 Jahren einige Einwohner der Dorfgemeinde Schwachhausen zusammenfanden, um ihre gemeinsamen Interessen in einem Kleingärtnerverein wahrzunehmen und sich gegenseitig in der Landbearbeitung zu schulen, konnten diese Männer nicht ahnen, dass der Grundstock, den sie damals legten, auch noch nach einhundertfünfundzwanzig Jahren reiche Früchte tragen würde.

Im Gründungsjahr gehörten dem Verein 20 Mitglieder an. Diese Zahl war bis zur 25-Jahrfeier auf 102 gestiegen. Beim 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1938 waren dem Verein 509 Mitglieder angeschlossen.

Anfänglich wurde in jedem Jahr eine Ausstellung veranstaltet, auf der die Kleingärtner ihr bestes Gemüse, Obst und ihre schönsten Schnittblumen, späterhin auch Topfblumen ausstellten. Aus den Einnahmen, die durch diese Ausstellungen erzielt wurden, kann man schließen, dass für diese Veranstaltungen ein großes Interesse nicht nur in der Schwachhauser Bevölkerung, sondern auch in den weiteren Stadtteilen Hastedt, Vahr, Horn sowie in der Stadtmitte Bremen vorhanden war.

Bereits im Jahre 1913 hat sich unser Verein zum ersten Mal an einer Ausstellung des Verbandes Bremischer Gartenbauvereine beteiligt. Hierbei konnte er in 23 Gruppen 21 erste Preise und einen Ehrenpreis erzielen. Die jährlichen Ausstellungen des Vereins waren für die Schwachhauser Kleingärtner eine gute Übung für die großen Gartenbauausstellungen, die zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg vom „Verband Bremischer Kleingartenvereine e.V.“ und von der Landesgruppe Bremen im „Reichsbund der Kleingärtner- und Kleinsiedler Deutschlands“ durchgeführt wurden.

Im Besitz des Vereins sind noch heute zwei Urkunden aus dem Jahre 1926: Mit der ersten Urkunde wird dem Gartenbauverein Schwachhausen bescheinigt, dass er den von Carl Schünemann in Bremen gestifteten Wanderpokal für hervorragende Gesamtleistung bei der Ausstellung des Verbandes der Bremer Gartenbauvereine vom 15. bis 17.August 1926 in Bremen errungen hat.

Die zweite Urkunde wurde mit folgendem Inhalt überreicht: „Auf Antrag des Preisrichterkollegiums der Ausstellung des Verbandes Bremischer Kleingartenvereine e.V. vom 21. bis 24. August 1926  wird hiermit für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete des Kleingartenwesens dem Gartenbauverein Schwachhausen die Goldene Medaille des Reichsverbandes der Kleingärtnervereine Deutschlands verliehen.“

Auf der Kleingartenausstellung vom 26. bis 31. August 1957, veranstaltet von der Landesgruppe Bremen, errang der Kleingärtnerverein Schwachhausen die Silberne Senatsmedaille in der Erzeugnisgruppe „Gemüse“ und den 1. Preis in der Erzeugnisgruppe „Blumen“.

Neben den regelmäßigen Ausstellungen wurden unter anderem auch Herrenpartien zu Fuß oder mit Pferd und Wagen, Damenfahrten sowie Kohl- und Pinkelfahrten durchgeführt. Sehr rege war die Versammlungstätigkeit. In jedem Monat fand eine Mitgliederversammlung statt, die sonntags vormittags abgehalten wurde. Bei diesen Versammlungen wurden fortbildende Vorträge von Berufsgärtnern, Garteninspektoren und sogar Drogisten gehalten. So ist einem Protokoll eines Vortragsabends vom 2o.2.1898 ein Zeitungsausschnitt aus den „Bremer Nachrichten“ vom 21.1.1898 beigefügt, der besagt, dass Herr Drogist Fritz Meier einen Vortrag hielt über das Thema “Bearbeitung des Bodens zur Landbestellung, Pflanzenleben, die verschiedenen Düngungsarten, insbesondere Kunstdünger und deren Verbindungen als Pflanzennährsalze.“ Dieser anregende Vortrag fand sehr großes Interesse bei den Schwachhausern.

Es ist bemerkenswert, in diesen alten Protokollen bekannte Schwachhauser Namen zu finden, wie Bäcker Bultmann, Klempnermeister Eggers, Schmied Schmidt, dann Namen wie Sievers, H. Blome, Tegtmeier, Martens, Schlobohm und Willi Meyer. Der bekannte Schwachhauser Lehrer Krischan Segelken war lange Jahre erster Schriftführer.

Während des 2. Weltkrieges und in den ersten Jahren danach nahm die Mitglieder-zahl des Vereins bis auf über 1000 zu. Es war aber nur eine Scheinblüte, denn jeder Haus- und Vorgartenbesitzer, der sich in den schlechten Jahren etwas Gemüse ziehen wollte, musste Mitglied eines Kleingärtnervereins sein, um eine Saatkarte und damit die so dringend benötigte knappe Saat zu bekommen. Als die Verhältnisse sich wieder normalisierten, hatte unser Verein aber immer noch über 500 Mitglieder. Im Vereinsgelände befanden sich damals 428 Kleingärten, deren Pächter alle dem Verein angehörten, dazu kamen noch die Mitglieder aus dem Bereich Horn-Lehe. Diese zweigten sich aber Ende der 40er Jahre ab und gründeten den Verein “Horner Gartenfreunde“.

Nachdem in den Jahren 1949 bis 1952 die Vereinsarbeit darunter litt, dass der Vorstand sich jährlich neu zusammensetzte, begann ab 1955 mit der Wahl des Gartenfreundes Kurt Husmann zum Vorsitzenden wieder eine kontinuierliche Vereinsführung. Dieses war auch notwendig, weil in einem Zeitraum von etwa 6 Jahren das gesamte Gebiet des Kleingärtnervereins Schwachhausen e.V. zwischen Emmastraße über den Klattenweg hinweg bis zur verlängerten Heinstraße aufgegeben werden musste, da dieses Gelände für den Wohnungsbau benötigt wurde. Das Ersatzland zwischen Kulenkampffallee, verlängerter H.-H.-Meier-Allee und dem Kleingartengebiet Kornblume, das der Verein heute verwaltet, wurde erst nach hartnäckigen Verhandlungen mit den zuständigen Behörden nach und nach erschlossen und dem Verein als Dauerkleingartenfläche zur Verfügung gestellt. Die letzten Gärten kamen 1966 dazu. Insgesamt sind dem Verein 162 Kleingärten angeschlossen, deren Pächter alle Mitglieder des Vereins sind.

In die Zeit der Erschließung des neuen Dauerkleingartengeländes fiel auch der Umbruch der ganzen Kleingartenbewegung. Der rein wirtschaftliche Wert der Kleingärten trat hinter ethischen und sozialen Aspekten zurück. Kleingärten wurden nunmehr wegen der gesundheitlichen und erzieherischen Werte betrieben. Es entstanden Kleingartenparks mit umfangreichen Grünanlagen, Blumenrabatten und niedrigen Hecken, die auch den Spaziergängern einen Blick in die Gärten erlaubten.

Der Kleingartenbau war zu einem wichtigen Bestandteil der städtischen Grünfläche geworden. Unser Verein hat mit seinem Gelände dieses Ziel erreicht. Das beweisen die Preise, die er bei den Koloniewettbewerben erringen konnte. Im Wettbewerb 1959, an dem er zum ersten Mal teilnahm, errang er den 1. Preis in der Gruppe der Neuanlagen. 1961 erhielt er den Senatswanderpreis der Freien Hansestadt Bremen für die beste Dauerkleingartenanlage im Lande Bremen. Auch im Jahre 1963 hatte er an dem Wettbewerb in der Gewissheit teilgenommen, eine der schönsten und gepflegtesten Anlage in der Stadt Bremen zu haben.

Im gleichen Jahr erhielt der Verein den 2. Preis in der Gruppe der Neuanlagen und darüber hinaus eine Ehrenurkunde zum 75-jährigen Vereinsjubiläum. Auch in den folgenden Jahren konnte der Verein durch seine Teilnahme an Wettbewerben Erfolge aufweisen:

  • 1965: 4. Preis,
  • 1967: Teilnahme am Kolonie-Wettbewerb,
  • 1969: 3. Preis und Goldene Medaille,
  • 1971: 3. Preis.

Aber auch die “Neuanlage“ des Vereins kam in die Jahre und die Konkurrenz der neuen Kleingartenvereine wurde sehr groß. Die Folge war, dass das Interesse, an weiteren Wettbewerben teilzunehmen, nach und nach abklang.

Die heutige Gemeinschaftsanlage mit seinen Wegen, Plätzen mit Ruhebänken, Rasenflächen sowie die Gehölzbepflanzungen werden im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit für Besucher und Spaziergänger, aber auch im eigenen Interesse, nach wie vor durch Eigenleistung in Ordnung gehalten und gepflegt.

Vorrangige Ziele des Vereins sind heute das Bemühen um Integration von Familien mit Kindern, Senioren und behinderten Mitbürger/-innen aller Nationalitäten in sozialer und ökologischer Hinsicht. Schwerpunkte wie Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und die Unter-stützung der Landschaftspflege sollen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Kleingartenwesen lenken und so fördern und stärken.

Auf dem neuen Vereinsgelände wurden ab 1960 folgende Baumaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt:

 

Neubau eines Lagerschuppens 1960 / 61
Trinkwasserversorgung durch Zapfstellen 1963
Erweiterung des Lagerschuppens 1969 / 71
Stromversorgung im Lagerschuppen– im Vereinsgelände 19711975
Parkplatz mit 24 Abstellplätzen,Eingang Schenenkampsweg 1972
Neubau eines Vereinsheims alsAnschlussbebauung an den Lagerschuppen 1976 / 80
Hecken-Neubepflanzung im Ortwiesenweg 1979 / 1980
WeginstandsetzungenOrtwiesen-, Hornstücken-, und Papenkampsweg

Zuwegung vom Peerkampsweg zum Lagerschuppen

Schenenkamps-, Peerkamps- und Wierenweg

Schadenskampsweg- und Uhlenstückenweg

1982

1986

1987

1988

 

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